After all this time? Always.

Strömender Regen – die Wettervorhersage so grau wie eine Kirchenmaus.

Wir fahren so lange bis es aufhört zu regnen. 8 Stunden und eine Essenspause später waren wir in San Sebastian – Spanische Küste.

Gegen 4 Uhr morgens legten wir uns auf einem Parkplatz aufs Ohr und erkundeten bei strahlendem Sonnenschein und mit 3 Stunden Schlaf auf der Uhr den Ort. Ein paar Surfer dümpelten auf den Babywellen der Küste umher – keine Herausforderung für geübte Atlantiksurfer wie uns …

Dazu muss ich an dieser Stelle mal erwähnen, dass ein Roadtrip nicht immer nur aus schönen, romantischen kleinen Buchten als Schlafplatz oder atemberaubenden Klippen als Picknickort besteht … Nein, nicht selten finden wir uns auf genau solchen Supermarktparkplätzen oder Ähnlichem, auf der Suche nach einer Toilette oder fließendem Wasser, wieder – das gehört auch dazu.

Wir entschieden uns trotz der schönen Stadt und zahlreichen Tipps für die Abendgestaltung gegen eine weitere Übernachtung in Spanien und fuhren weiter gen Norden.

Eines der vor Abfahrt geplanten Ziele war La Dune du Pilat in Frankreich. Eine der größten Wanderdünen der Welt. Der Sonnenuntergang von dort ist atemberaubend und es sollte der letzte schöne Tag sein bevor eine große Regenfront aufzog. Also wieder Hackengas und 4 Stunden später fanden wir uns an einem traumhaften Stellplatz mit unglaublichem Ausblick wieder. Nach ca. 6 Wochen am Meer und unzähligen Grillabenden trauten wir uns hier das erste Mal einen Fisch in die Pfanne zu hauen. Dem Französischen noch immer nicht mächtig, hatten wir keine Ahnung was wir da aßen, aber er war köstlich!

Nach unserem Sonnenuntergangspicknick buchten wir noch schnell die Fähre rüber nach Großbritannien.

Aber bevor es auf die große Insel geht noch einmal Sightseeing in Paris! Wir fanden einen zentrumsnahen Campingplatz der dank ADAC Mitgliedschaft sehr günstig war – solltet ihr mal planen in Europe auf verschiedenen Campingplätzen zu übernachten besorgt euch vorher auf jeden Fall die ADAC Campingcard für 5,99 € erhaltet ihr auf vielen Plätzen satte Rabatte von bis zu 10 € pro Nacht, sodass sich diese Investition auf jeden Fall lohnt. Und waschen konnten wir auch mal wieder.

Two Nights in Paris – die Klassiker besucht und abends ins Nachtleben von Bastille eingetaucht – zu teuer um wirklich abzustürzen.

Kurze Anekdote – aus den unterschiedlichsten Gründen (Klassenfahrten, Wochenendtrips etc.) war dies mein vierter Besuch in Paris – jedes Mal nahm ich mir fest vor: Rauf auf den Eifelturm. Wiederum aus den verschiedensten Gründen (Sperrung wegen Terrorgefahr, schlechtes Wetter etc.) hat dies nie geklappt. Wir wollten also unbedingt hoch – da unser Timing jedoch wieder mal super war – ich meine wir hätten an jedem erdenklichen Wochentag die größte Touristenmetropole Europas besuchen können – was machen wir? Richtig! Kommen an einem Wochenende … schön blöd. Die Schlange am Stahlturm war gefühlt so lang wie die Strecke die wir bis dato schon mit Trani zurückgelegt hatten. Wir überlegten tatsächlich kurz die lange Wartezeit in Kauf zu nehmen entschieden uns jedoch dagegen – naja, vielleicht klappt´s ja beim fünften Besuch in Paris. Abgesehen davon, ist es fast unmöglich geworden sich dem Eifelturm zu nähern. Strenge Kontrollen und Absperrungen rund um das Gelände des Marsfeldes sind die Konsequenz der der Ereignisse der letzten Jahre… schade.

Bereits nach kurzer Zeit vermissten wir die frische Meeresbrise, bei schwülen, stickigen 28 Grad in einer Großstadt, zum Glück erledigte der Hop On-Hop Off Bus die längsten Wege für uns.

Ich traf sogar mein großes Idol ;).

Neugierig durch an den umliegenden Tischen servierte Gerichte, wollte Malte unbedingt Schnecken probieren – ein Glück konnte ich ihn gerade noch umstimmen und es wurden Nudeln.

Von Paris nach Dover sind es Sonntagabend übrigens knapp 4 Stunden – laut Google Maps. Wir planten also 5,5 Stunden ein, um allen Eventualitäten gewappnet zu sein und hielten uns damit für klug. Dass es an einem Montagmorgen etwas schwieriger ist aus Paris herauszukommen, haben wir dabei allerdings nicht bedacht und der Berufsverkehr klaute uns bereits eine volle Stunde unseres Puffers. Glücklicherweise ist aber doch noch alles gut gegangen, wir waren überpünktlich am Hafen und durften sogar ohne große Durchsuchung von Trani (ein Glück, es sah aus wie bei Hempels) auf die Fähre.

Wir kletterten vom Car Deck hoch zu den Plätzen für die Überfahrt, am liebsten wäre ich ja bei Trani geblieben, aber das ist verboten. Wir dachten wir könnten während der Überfahrt vielleicht ein bisschen die Augen zu machen und Schlaf aus Paris nachholen – nein, Horden von Schülern in den verschiedensten Altersklassen bevölkerten jegliche Bereiche der riesigen Fähre … natürlich, es ist Montag. London als eh schon beliebter Ort für Klassenfahrten wird an einem Montag wahrscheinlich von doppelt so vielen Kindern angefahren als an jedem anderen Tag – unser Timing wieder!

Obwohl ich die Tabletten gegen Übelkeit mitnehmen musste, blieb die Seekrankheit bei Malte glücklicherweise aus und wir fuhren nach 1,5 Stunden von der Fähre direkt in den Linksverkehr – keine Vorwarnung, keine Übung, kein Schild – es geht direkt los. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen was in meinem Kopf los war. Wenn man eh schon Probleme mit rechts und links und vor allem rechts vor links hat, dann würfelt dieses System alles durcheinander was ihr vorher wusstet, völlige Verwirrung. Die fahren ja sogar falschherum in den Kreisel …

So ergab es sich, dass ich Malte die ersten drei Tage das Fahrerhaus überlies, um mir das ganze erstmal ein bisschen anzuschauen. Mit einem Zwischenstopp auf einem kleinen Bauernhof nahe Westwell fuhren wir Richtung London – dort hatten wir einige Aktionen auf dem Plan stehen.

Zunächst steuerten wir Richtung Garden Shed Pub in London – Colliers Wood. Stellt es euch vor: Meine Freundin und ehemalige Arbeitskollegin Luisa ist nach London ausgewandert und wohnt dort nun mit ihrem Freund (Greg) direkt über einem Pub?! How I met your Mother lässt grüßen – kennen die beiden übrigens nicht, komisch oder?

Was liegt also näher, als den Abend gemütlich, bei ein paar Bierchen (oder einem halben Bier, Luisa mit dir trink ich am liebsten ;)) im Pub ausklingen zu lassen? Und endlich, endlich bot sich die Chance für Malte: Sowohl Greg als auch sein Kumpel, Jason sprechen nur Englisch – kein Deutsch. Anfängliche Schwierigkeiten erübrigten sich nach dem dritten Bier jedoch schnell und nach einem kurzen Blick in Trani hatten wir beide mit unserer Roadtrip Idee angesteckt und sie sind Feuer und Flamme ebenfalls Portugal zu bereisen. Wir freuen uns aber auch schon euch in Deutschland zu begrüßen 🙂

Übrigens haben die beiden ihrem Auto auch einen Namen gegeben: The Beast, ein etwas in die Jahre gekommener, grüner VW Polo – sehr sympathisch.

Erste Nacht Bauernhof, zweite Nacht hinterm Pub – und so sollte es weitergehen. Schnell stellte sich heraus, dass es in England wenige Campingplätze gibt und die, die es gibt sind unbezahlbar. Die meisten Farmer haben Teile ihrer Ländereien als Stellplätze für Camper hergerichtet und in ihren Ställen kleine Sanitäranlagen eingebaut – Urlaub auf dem Bauernhof halt, nicht gerade Maltes Traum – so ist das nun Mal wenn man selbst vom Hof kommt – aber eine willkommen günstige Alternative zu den überteuerten Campinganlagen.

Nach unserem nächsten To-Do in London sollte es ja eh nach Schottland gehen – ein Land in dem es nicht nur gedudelt, sondern ausdrücklich erlaubt ist wild zu campen – das Paradies! Keine Angst vor der GNR … Manchmal träume ich noch immer von denen.

Letzter Stopp in London: Die Besichtigung der Warner Browser Studios in denen die Harry Potter Filme gedreht wurden – das beste Geburtstagsgeschenk was mir Malte machen konnte. Wir verbrachten über vier Stunden im Paradies für alle Zauberer- und Hexenfans – wer genauso Harry Potter verliebt ist wie ich, sollte sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen, ich war selten so begeistert, beeindruckt, emotional aufgewühlt und mitgerissen – man durchlebt noch einmal alle Stationen von Harrys Geschichte und kann selbst Teil dieser werden … Ok genug davon, alle die sich nicht für Potter begeistern können, sind wahrscheinlich schon eingeschlafen. Aber selbst Malte, der kein riesen Fan ist, hatte Spaß bei unserer Tour.

Nachdem wir dann noch fast den ganzen Fanshop leergekauft haben – wir haben jetzt einen eigenen Schrumpfkopf, der sogar sprechen kann und fast hätte ich einen Besen gekauft – ging es weiter Richtung Oxford, zu einem Pub auf dessen Parkplatz man kostenlos nächtigen kann, sofern man etwas verzehrt. Da die Küche leider schon geschlossen hatte, blieb es bei Cider und einer windigen, regnerischen Nacht.

Schottland wir kommen!

Lisa

Maltes View:

Von Paris nach Dover musste Lisa bereits Schlaf nachholen. Völlig mitgenommen und zerknautscht schaffte sie es während der Fahrt lockere 3 Stunden durchzuschlafen. Nach einer kurzen Sporteinheit am Straßenrand, fühlte Sie sich dann wieder in der Lage mir 30 Minuten auf dem Beifahrersitz zu gönnen.

Zum Links fahren und dass es bei klein Lischen nur drei Tage gedauert hat, bis sie sich auch das erste Mal hinters Steuer getraut hat, muss ich sagen, dass Ich ihr gar keine andere Wahl gelassen habe. Übung macht den Meister und ansonsten wäre ich wohl die nächsten 2 Wochen der alleinige Fahrer auf der großen Insel gewesen. Dazu muss ich sagen, dass wir uns beide noch das ein oder andere Mal im Gegenverkehr wiederfanden … Upsi.

Komisch, dass man How I met your mother nicht kennt? Bis vor 6 Wochen hatte mein Fräulein nicht eine Folge davon gesehen; erst während unseres Trips konnte ich Sie mit der Sucht nach dieser Serie anstecken (Staffel 5 nach 8 Wochen).

Potter war wirklich der Hammer. Eine Person von uns Beiden hatte zum Ende sogar Tränen in den Augen – Ich war´s nicht 😉

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